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‘Innovatives’ Category

  1. DIN SPEC 77224

    Juli 29, 2011 by clausi

    Über Kundenservice kann man ja geteilter Meinung sein, schliesslich soll es ja Leute geben, denen es in ihrer masochistischen Grundveranlagung gefällt, robotergleich in Form von abgehackten Satzbruchteilen ihr Anliegen einer Sprachmaschine vorzutragen.

    Nachdem mein gestriger Artikel ja schon über die Kreativität der Deutschen Post bezüglich der intensiven Vermeidung von direktem Kundenkontakt berichtete, hat das Deutsche Institut für Normung (DIN) hat jetzt endlich eine Antwort darauf und hat einen Standard geschaffen, um Kundenbegeisterung zu standardisieren.

    Natürlich habe ich einmal bei Wikipedia nachgeschaut was man sich darunter im Einzelnen vorstellen muss und da steht dann (Zitat):

    “Die DIN SPEC 77224 (ursprünglich DIN SPEC 1224) ist eine nach dem PAS-Verfahren erstellte Spezifikation, die Merkmale und Anforderungen an ein System zur Erzielung von Service Excellence und damit von Kundenbegeisterung statt Kundenzufriedenheit festlegt.[1]“

    Na das ist jetzt mal interessant! Endlich braucht man Kunden nicht mehr zufrieden zu stellen sondern muss sie nur begeistern. Wie muss man das sich denn vorstellen?

    Kundenservice: “X-Beliebige Telekom meine Name ist Veronica Brekelbohm was kann ich für Sie tun?”

    Kunde: “Meine Internetleitung geht nicht.”

    Kundenservice: “Oh das freut mich dass Sie an unserem Kundenbegeisterungsprogramm teilnehmen.”

    Kunde: “Aber ich kann nicht mehr ins Internet!”

    Kundenservice: “Sehen Sie und das ist genau das Gute daran. So können Sie endlich  einmal wieder zu Ihren Freunden hingehen statt nur darauf rumzuklicken und sich zu fragen wer gerade Online ist. Natürlich haben wir für Sie als unseren langjährigen Kunden noch eine Extrazugabe, denn ich sehe gerade Ihr Telefon geht auch nicht.”

    Kunde: “Wieso ich telefoniere doch gerade mit Ihnen?”

    Kundenservice: “Ja aber haben Sie einmal versucht, jemanden anderes anzurufen? Das ist Teil unseres >>Go Out and Find Back<< Programms. Sie müssen wieder selbst zu Ihren Freunden hingehen nur dass Sie Ohne Google Maps wahrscheinlich nicht wieder zurückfinden, denn dafür brauchen Sie ja Internet.”

    Kunde: “Na Toll”

    Kundenservice: “Freut mich, dass Sie begeistert sind, denn das wollen wir ja auch. Schließlich haben wir eine Zertifizierung nach DIN SPEC 77224 und das sind Sie als Kunde uns doch wert. Aber jetzt habe ich noch etwas für Sie: Wollen Sie nicht für schlappe 35 Euro im Monat noch an unserem Kundenbespassungsprogramm Live Plus teilnehmen? Das ist eine tolle Lösung, die wir uns mit den Stattwerken Kleinsiehstenich ausgedacht haben.”

    Kunde: “Wie jetzt?”

    Kundenservice: “Im Live Plus Basic sperren wir einfach noch Ihren Stromanschluss. Sie können so jede Menge Strom sparen und endlich wieder bei Kerzenschein normalen Geschlechtsverkehr haben. Ist doch viel schöner als immer die Schmuddelbilder aus dem Internet downzuloaden.”

    Kunde: “Aber ich habe doch gar keine Freundin…”

    Kundenservice: “Dann werden sie von unserem Live Plus Comfort begeistert sein. Da wird ihnen dann auch der Wasseranschluss gesperrt. Da können sie dann zusammen mit anderen Teilnehmern aus ihrem Viertel in der Sammeldusche des Stadtbades duschen. Was meinen Sie was das für einen Spaß bringt. ”

    Kunde: “Na ich weiss ja nicht…”

    Kundenservice: “Sehen Sie das haben wir uns auch gedacht, deshalb bekommen Sie von uns ganz individuell einen kostenlosen Testmonat im Bonusprogramm Live Plus Comfort. Sie werden begeistert sein! Warten Sie mal ich schaue gleich mal ob das Programm in Ihrer Wohnung überhaupt verfügbar ist………….Jawoll da haben wirs… habe ich gleich für Sie reserviert.”

    Kunde: “Ja aber warten Sie mal…”

    Kundenservice: “KNACK……(Roboterstimme) Vielen Dank für die Buchung unseres Begeisterungsprogramms……Live….Plus…Comfort…..falls Ihnen unsere Service gefallen hat sagen sie TOLL”

    Kunde: “Ja aber…”

    Kundenservice: “Bestätige: JA SUPER viele Dank für die Nutzung unserer Dienstleistungen ihr Telefonanschluss ist nun Offline …..KNACK”

     

     

     

     

     

     

     

     


  2. Öffnungszeiten für XMLRPC

    Juli 28, 2011 by clausi

    Während sich der normale Internetnutzer mittlerweile schon an die Möglichkeit des 24/7 Pornodownloads und Schnitzelbestellungen rund um die Uhr gewöhnt hat, haben offensichtlich unsere Finanzbehörden noch Schwierigkeiten damit: Unter der Internetadresse des Bundeszentralamtes für Steuern BFF kann man zwischen 5.00h und 23.00h ausländische Umsatzsteuer-Identifikationsnummern per XMLRPC abfragen. Woran kann das liegen?

    - Möglicherweise läßt der Betriebsrat für XMLRPC-Schnittstellen keine anderen Arbeitszeiten zu.

    - Das Ausland hat ab 23.00 geschlossen.

    - Da die Pforte nicht besetzt ist muss die Firewall ausgeschaltet werden und dann können nachts ja Viren, Cyberterroristen und andere Trojaner reinkommen, die dann mit den USt-IDs einkaufen gehen. Schließlich ist man ja nicht beim Zoll der ja auch am Tag Hacker und anderes Geschwirl reinlässt.

    - Dänemark hat nicht nur die Grenzen dichtgemacht sondern auch die XML-Schnittstellen denn die Ausfuhr von XML ist in Dänemark inzwischen verboten.

    Die Post hat extra eine Unternehmensberatung eingesetzt um dieses Problem des dauernden Verfügbar-seins zu lösen: Denn es ist ja längst bekannt: Durchgehende Öffnungszeiten würden beim Nutzer zur gefürchteten Effizienzkatastrophe führen, welche z.B. auch durch leere Warteschlangen ausgelöst wird und schließlich Taumelkoma auslösen.

    Extra teure Computerpannen mussten eingeführt werden, damit die Abfertigungen auch in voll besetzten Schalterhallen nicht zu schnell abläuft. Hilft das dann immer noch nicht das Verfahren zu entschleunigen, kann man ja bei jeder zweiteren älteren Dame eine Kundenberatung über die Anlagemöglichkeiten bei der Postbank einschieben.
    Wird der Schalter dann mit einem der zufällig erhaltenen DHL-Paketbenachrichtungen doch noch innerhalb der Öffnungszeiten erreicht, kann man schlussendlich ja noch das Mittel des verschwundenen Pakets einsetzen um den Zustrom von “Kunden” im Postvollzug wirksam einzudämmen.
    Naht schließlich der Schalterschluß in einem irren Tempo heran, schließt man zwei Schalter und stellt bei dem einzig offenen ein Schildchen “Hier wird ausgebildet” hin. Der Kunde kann dann nachvollziehen wie der Postnachwuchs, der vom älteren Herrn im grauen Pollunder fachlich begleitet wird, den Kauf einer 56cent Briefmarke zum Tageserlebnis werden lässt.

     

     


  3. Soschiall Mädia: Gefährliche Internetstrahlung stört Sprachvermögen

    Juni 10, 2011 by clausi

    Bingo-2.0

    Obwohl die Bundesregierung versprochen hat, dass die radioaktive Strahlung rund um das havarierte Atomkraftwerk in Fukushima beschränkt bleibt, macht sich nun auch in Deutschland ein neues Phänomen breit, welches offensichtlich einem schicksalhaftem Zusammenwirken der Fukushima-Strahlung, einer erhöhten Sonnenaktivität und dem EKMEK-Befall geschuldet ist.

    Die Auswirkungen dieser Strahlung sind fatal, es können gefährliche Sprachstörungen auftreten, die meist damit beginnen, dass plötzlich und unvermittelt Wörter aus anderen Sprachen in den Sprachgebrauch gemischt werden. Setzt man sich länger der Internetstrahlung aus, kann die Sprache völlig unkenntlich werden.

    Bereits Anfang Juni wurde von einem besonders skurillen Befall berichtet in dem offensichtlich bei einer Routine-OP die gefährliche EKMEKushina-Strahlung durch ein Loch im Zahn eingedrungen ist und einer Amerikanerin einen britischen Akzent bescherte. Es wurde nicht näher darüber berichtet so dass nicht zweifelsfrei festgestellt werden konnte, ob nicht einfach ein Wattebausch mit in die Backe genäht wurde.

    Ein anderer völlig krasser Fall der durch direktem Neuromarketing induzierter Bullshitteritis vulgaris, werden mehrere Patienten gezeigt, die offensichtlich längerer Zeit dieser Strahlung ausgesetzt waren. Bei einigen Patienten in diesem Film wurden die Hirnrinden derart perforiert, dass sie nicht einmal mehr des Denglish voll mächtig sind (Siehe in der 4. Spielminute und im besonders schweren Fall der 5. Minute) .

    Welsche schweren Schäden diese Strahlung anrichten kann zeigt der Twitter-Kanal von Westerwave dessen Sprache praktisch nicht mehr definierbar ist. Auch Trickfilmproduzenten bleiben davon nicht verschont (Ich sag nur “JuuDuub” ).

    Seit mehreren Jahren bereits warnt die Dr. Gernot Hochbürder Stiftung vor einer Zunahme von über Internetleitungen eingeschleppten Erdstrahlen, die zu gefährlichen Folgen für Internetnutzer führen kann. Auch Deutsche Früchte wie z.B Orangen sind davon bereits betroffen.

    Aber nicht nur das Sprachzentrum im Hirn kann betroffen werden, bereits eine wenige Minuten andauernde Bestrahlung mit Internetstrahlung schwächt das Sprachhören so dass sich das Ohr mit Sand füllt.

     


  4. Internationaler Brückentag in Berlin

    Juni 3, 2011 by clausi

    Im Lonely Planet hat es sich längst herumgesprochen: In Berlin ist heute Brückentag. Der folgt diesmal gleich auf den Vatertag (im Osten Herrentag) und findet im Üblichen nicht nur in Kreuzberg statt, sondern in ganz Deutschland. Da wird gesoffen und auch mal eins auf die Omme gehauen, insbesondere wenn man sich da nicht einig ist ob nun der Bollerwagen oder der beim örtlichen Discounter mitgegangene Einkaufswagen nun der bessere Biertransporter ist.

    Da kann man dann z.B. die Brückentour machen oder einfach auf der Admiralbrücke ne schöne Nachtsause machen, irgendwann wenn die Toleranzgrenze der aus Esslingen oder Kleinsiehstenich zugereisten Anwohner (die ausschliesslich am 1. Mai auch mal bei einem Pflastersteinchen zu feiern gewohnt sind), wird man dann von den Herren in Blau (früher mal Grün) erst in die Wanne und dann zurück ins Hostel begleitet. Und am Samstag ist dann schliesslich wieder Beginn der Kehrwoche (Dieses Video Illustriert das sehr eindrucksvoll).


  5. Traumberufe Heute: Fleischfotograf

    Mai 27, 2011 by clausi

    Wurstkoffer

    Beim täglichen Ausleeren meines Briefkastens habe ich mich mehrfach gefragt, wer eigentlich die tollen Photos in den regelmäßig im Dünndruck erscheinenden Werbeblättern einschlägiger Großdiscounter macht und ob das nicht ein toller Beruf wäre, Dinge zu photographieren, die eigentlich schon tot sind.

    In unserer Reihe “Traumberufe” beschäftigen wir uns deshalb heute mit dem ehrenwerten Beruf Fleischfotograf. Das das fast so etwas ist wie Typo3-Entwickler oder Webevangelist, sieht man an diesem Beispiel bei einem bekannten Großversandhaus. (Interessant auch die Empfehlungen von dazu passenden Artikeln wie beispielsweise rezeptrelevante Duracell-Batterien. Und der innovativen Möglichkeit Rezensionen zu einem Schnitzel abzugeben. Leider gibt es noch keine gebrauchten Angebote so dass der Gebrauchtschnitzelmarkt noch recht klein ist.). Inzwischen gibt es schon innovative Werbedienste wie den Wurstbrief einer tollen Alternative zur Epost.

    Aber auch in Geschenk- und Spieleindustrie kann man als Fleischfotograf Karriere machen und es gibt sogar schon diverse Internetforen und Photocommunities wo dieser neue Beruf thematisiert wird. Wer den Beruf des Wurstfotografen ausüben möchte sollte sich und sein Equipment gut versichern lassen, denn es gibt sogar schon erste Arbeitsunfälle bei diesem Job.

    Aber was am besten ist: Die Models zicken zwar nicht rum wenn man aber zu perfektionistisch ist kann man nur noch mit Schnappatmung arbeiten.