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  1. Gähn-O-Zid: Ein Abend im Feierkiez

    April 22, 2016 by clausi

    Früher konnte man ja in seinem Bezirk noch unbehelligt einige Feierabendbier zischen. Ach wie schön war es doch dass man sich mit den, ihre Amtskohle verhartzenden Zyklopen (das sind die versoffenen Mitzischer, die den Absprung vom Kreuzberg der 68er nicht richtig hinbekommen haben), über völlig belangloses Zeugs unterhalten konnte.

    Spätestens seit der Heiligsprechung von Steve Jobs als Heilsbringer unserer Zeit ist es damit ja vorbei. Weg sind sie die politisch Engagierten, die Lamentierer, die Idealisten, die Laienprediger des ewigen Sozialismus.

    Am Nachbartisch unterhält sich nun ein kunstbeglatzter Junghipster über seinen neuen Job:
    “Ich bin ja jetzt Head of Operations bei Visual Thrombotics”. Die Blümchenhosenschnecke an seinem Tisch kuckt kurz vom Handy auf ist aber prinzipell eher begeistert. Der interessierte Belauscher erfährt nun noch, dass der Beglatzte jetzt von einem Supplier zum Mittagessen eingeladen wurde in der Hoffnung, vielleicht noch einige Revenues leveragen zu können.
    Die übrigen Tischbewohner wischen wie irre auf ihren winzigen Mäusekinos herum, es müssen noch schnell ein paar E-Mülls bearbeitet werden. Scheint ja ein netter Abend zu sein!

    Nur ein vorbeiziehender Rollkoffer stört kurz den ohne Unterlass anhaltenden Ich-Monolog durch kräftiges Asphaltrumpeln chinesischer Plastikrollkofferplastikrollen dann wende ich mich dem anderen Nachbartisch zu.

    Dort häkeln zwei junge Schnösel mit betont ernstem Blick über ihren Tablet. Hmm mal sehen. Habe ich es mir gedacht: Hier wird gerade ein hochinteressanter Businessplan geschmiedet – schliesslich muss man ja mal die Akzeptanz seiner Geschäftsidee in der Öffentlichkeit ausprobiert haben. Aber wenigstens reden die nicht so viel. Jetzt kommt meine Zeit! In einer kurzen Redepause nutze ich die Gelegenheit zur Intervention.

    “Det hättick nich so jemacht!” nöle ich dem Tabletduo zu. Mal sehen was passiert.

    Der eine Typ, ein gestriegelter Laffe guckt hoch. Fragender Blick.

    “Na mit dem Klickquickgamecollectors.com Communitydings und so.” sage ich. “Wasch solln daran bled sein, wenn leit ihr gebrauchte Schpiele über ne Hendyabb tausche kenne?” antwortet der gelaffte.

    Der Tekkietyp neben ihm guckt wie ein Preisboxer kurz vorm Gong. “Und über desch Schpeedmadsching krigema suba naus wer desch no braucht un den machemer ne reverseaugdschn draus un verdiene noma.”

    “Nee klar” sag ich und wende mich wieder intensiv meiner Gerstenkaltschale zu indem ich meiner geschundenen Speiseröhrenschleimhaut einen kräftigen Schluck gehopfte Feuchtigkeitscreme gönne. Diese bedankt sich sogleich mit einem kräftgen Blurbsen aus dem Hochsäuerland.

    Ich wollte gerade zu einer weiteren fachlich hochwertigen Wirtschaftsanalyse der wirklich veritablen Geschäftsidee ansetzen, da höre ich Akkordeonklänge: “Besame Mucho” in der rumänischen Two-Beat Version in einem nie enden wollendem Potpouri mit der aus dem Film Lovestory bekannten Schicksalsmelodie in die sich hin- und wieder Elemente des einstigen Gassenhauers “Amor Amor” hineinmengen.

    Die Gelegenheit meinen multikulturellen Musikhintergrund zu erweitern!

    Als der Barde mit verknickertem Gesicht und einem ebenso gestalteten Pappbecher vor mir steht um seinen für die öffentliche Probe anfallenden Schmerzbonus einzufordern, frage ich ihn, wo er denn herkomme — und auf die Antwort
    ‘Romenia’ bitte ich ihn, doch mal was aus seiner Heimat zu spielen nicht sowas Nachgemachtes.

    Während ein weiterer Rollkoffer panzerbrigadenmäßig vorbeidonnert, zieht ein breites Lächeln über sein Gesicht und er bietet eine innbrünstige Version von “Djelem-Djelem” inklusive herzzerreißendem Gesang dar.

    Damit habe ich wohl den Musikgeschmack der Gadgeteers getroffen, die es normalerweise gewohnt sind, frequenzbandreduzierte Musik unter Anwendung des nichtlinearen Spektrums von Minaturverstärkern per Ohrstöpsel direkt unter die Hirnrinde zu injizieren. Die Gespräche um mich herum verstummen und alle lauschen dem Barden, der für gewöhnlich nur eines missbilligenden Blickes gewürdigt wird.

    Während sich der Barde in den Koloraturen des ungeradzahligen 7/8 Rythmus rumänischer Musik ergeht – die er im Übrigen wirklich perfekt ausführt – sehe ich aus dem Augenwinkel eine Frau im Schlafanzug auf ihn zustürzen.

    Der nachfolgende Schwall aus “Ei desch geht wo net, desch isch jo scho zähne dur….un wenner net uffhert….lizei…” lässt die Musik jäh unterbrechen… Nee komm lassma, echt…mischt sich der Wirt dazu. Unter Zusammenbruch der Luftsäule im ramponierten Akkordion findet die Darbietung mit einem stöhngleichen Quäkton ein für meinen kulturellen Anspruch ein zu jähes Finale.

    Ich werfe dem Barden ein Achselzucken zu, gebe ihm einen großzügigen Obulus in seinen Pappbecher der neben Kleingeldsammelarbeiten offensichtlich hin und wieder auch für Ölwechsel benutzt wird. Er lächelt mich an und reicht mir zum Abschied die Hand – Grundlage für jede Geschäftsbeziehung – Ich hoffe er kommt öfter mal, ich kenne noch ein paar Gassenhauer.

    Mit dem Hinweis darauf, dass Kreuzberg wohl doch kein Luftkurort ist, bestelle mir ein neues Bier.


  2. Aus Angst vor Anschlägen: ASU verbietet leere Hose auf Flügen

    Juli 16, 2014 by clausi

    Wer künftig mit einem Direktflug in die ASU plant, sollte darauf achten, dass die Hose gestrichen voll ist. Sonst kann man womöglich nicht mitfliegen. Diese neue Sicherheitsmaßnahme soll vor Konfetti- und Arschbomben schützen – und kann Passagiere extrem nerven.

    Die ASU verbieten aus Sorge vor Anschlägen künftig bei bestimmten Direktflügen aus Europa leere Hosen. Das gelte auch bei Flügen, die von bestimmten Flughäfen in Europa, Mitropa dem Nahen Osten und Afrika in die ASU starten, teilte die Behörde für Transportsicherheit (TSA) mit.

    Sicherheitsbeamte könnten Fluggäste auffordern, ihre Hosen auszuleeren. Sollten Fluggäste nichts vorzuweisen haben, dürften sie nicht mit an Bord genommen werden, hieß es in einer kurzen Mitteilung der TSA, in der keine weiteren Details genannt wurden. Entsprechende Plastikschälchen und Abführzäpfchen würden derzeit bereit gestellt, teilte die Flughafengesellschaft BÄR und das Inneministerium mit. Über die Abgabe von Flüssigkeiten werde derzeit diskutiert.

    Die ASU-Regierung hatte am Mittwoch verstärkte Sicherheitsmaßnahmen an Flughäfen mit Direktverbindungen in die ASU angekündigt.
    Hintergrund ist nach Angaben von Insidern die Sorge, dass sich Kei-Alda-Mitglieder in Syrien und Jemen zur Entwicklung von Konfettibomben zusammengeschlossen haben, die an Bord von Flugzeugen geschmuggelt werden könnten.


  3. Kaufmannsund More

    April 16, 2014 by clausi

    Immer wenn man in den Innenstadtbezirken Berlins unterwegs ist stößt man auf seltsame Hipster-Kultur. Von den fahrbaren Brutcontainern, in denen Junge Hipster-Eltern ihren Nachwuchs durch den Bodennahen Dieselnebel ziehen hatten wir ja bereits berichtet. Neuerdings macht sich ein neuer Trend breit, der ebenso zur Hipster-Kultur gehört:

    Das “Kaufmanns-Und” oder auch Kurz “&” (oder für Nerds: 0×26)

    Dieses harmlose Sonderzeichen – früher für altmodische Namen wie “Otto Krögel Pumpen GmbH & Co. KG” verwendet – erscheint heute in einem völlig neuen Kontext. Meistens dann wenn die junge Latte-Macchiato-Gründerszene wieder eine neue Geschäftsidee ausprobiert hat.

    So steht “Leila & Tom” für eine neue Ladengeneration in der es mutmaßlich um Babyklamotten geht, denn wer gibt seinem Kind denn schon so kaputte namen wie “Leila”.
    “Zimt & Mehl” ist sicher eine von denjenigen Bäckereien, deren Produkte dank Verwendung von ganzheitlich geerntetem Dinkelvollkornmehl auch ohne Stahlarmierung die für Rohbauten nötige Festigkeit erhalten.
    Früher konnte man bei “Obst & Gemüse” wenigstens einigermassen sicher sein dass es sich um einen einschlägigen Lebensmittelhändler handelt, in der Hipstergeneration könnte es sich aber auch um eine dieser unglaublich kreativen Webagenturen handeln, die eben klickibunti JavaScript-geschwängerte Webseiten (Was mit Mobile und so) machen. Während diese Firmengründer dann in ihrem – an eine Räuberschmonzette von Ottfried Preussler erinnernden – Retro-Outfit nebst oppulenter Almöhi Bartoptik und Teckeltrainerhut im “Kaffe & Kuchen” um die Ecke sitzen und am neuesten Businessplan basteln, sitzt die echte Retro-Generation eher im “Pizza, Pasta & more” bei der klassisch italienischen Nahrungsaufnahme.

    Inzwischen sind diese Namensgebungen auch in anderen Branchen sehr beliebt. Unser Favorit ist hier das Hundehassermagazin “Kot & Köter” welches einen sehr hohen Bullshitfaktor hat (gut gemacht Jungs!). In jedem Fall ist es aber bei der Namensgebung für die neue Geschäftsidee wichtig ein “& more” hinten dran zu hängen, denn man will ja nicht gleich seine Zielgruppe zu weit einengen bevor das Business richtig losrockt.

    Wir berichten jedenfalls weiter von den aktuellen Entwicklungen & More
    &Tschüss
    Euer Bit & Bullshit Team


  4. Die erste Bank führt neues Zeitmaß ein

    Februar 5, 2013 by clausi

    Wer kennt das nicht, morgens voller Elan aufgebrochen zu sein um noch eben Bankgeschäfte zu erledigen um sich dann ernüchtert vor einer geschlossenen Filiale wiederzufinden.

    Es ist ja seit längerem bekannt, dass Banken im allgemeinen um direkten Kundenkontakt zu vermeiden ihre Öffnungszeiten im wesentlichen ihren eigenen, nicht ergründbaren Bedürfnissen anpassen.

    Da es ja ganz so ohne Kunden dann doch nicht funktioniert, hat man dann die Bankautomaten erfunden. Diese praktischen Geräte ermöglichen den meisten Kunden unter Verzicht auf die muffige Einsilbigkeit von Schalterangestellten ihre Bankgeschäfte zu den normalen Durchschnittsmenschen angepassten Zeiten zu erledigen.
    Aber auch der Betrieb von Automatenschaltern läßt sich so gestalten, dass man direkten Kundenkontakt vermeidet.

    Die einfache Lösung der Postbank ist an dieser Stelle äußerst kreativ:
    Man führt einfach ein neues spezielles Zeitmaß ein, in dem man die 24 Stunden normaler Zeit auf ein für die Postbank erträgliches Maß schrumpft. Dieses neu definierte 24-Stunden Zeitfenster legt man dann – willkürlich und zufällig – auf das gewohnte “Serviceintervall” von einigen wenigen Stunden, die idealerweise so gelegt sind dass normale Kunden dann schlafen oder arbeiten müssen.

    Zeitschrumpfung


    Endlich kann man dann wieder diese verdutzten und enttäuschten oder gar wütenden Gesichter von Leuten beobachten, die nur eben mal Bankgeschäfte erledigen wollten. Für diese Aufgabe sind spezielle automatische Kameras installiert, die dieses Individualelend selbstverständlich zu allen Tages- und Nachtzeiten aufzeichnen.

    Über die schleichende Verlängerung der Distanzen zum nächsten Geldautomaten berichten wir ein anderes mal.


  5. Stupidity schickt erste Bilder vom Pluto

    August 9, 2012 by clausi

    IMAG0191.Marsrover

    Während “Curiosity” noch den Mars erkundet haben wir vom Bullshit Team bereits erste Ergebnisse der neuen Mission der Nachfolgemission “Stupidity” bekommen.

    Die geschickten, hochauflösenden Bilder faszinieren die Forscher: “Wir hätten nicht geglaubt, dass auf dem Pluto derartig interessante Landschaften zu finden sind” sagt Jim Beam, Leiter der Forschungsabteilung der NOGO.  Seit gut einem Jahr befindet sich die Sonde im Landeanflug und funkt ununterbrochen Bilder von dem nicht einmal als richtiger Planet anerkannten Himmelskörper. Zum Einsatz kommt eine neue Technologie, IDIOT (Indeterministic Detailed Imaging Object Targeter) mit der erstmals gestochen scharfe Bilder von verschiedenen Dingen gemacht werden können.

    Auch gibt es erste Hinweise darauf dass sich auf dem ehemaligen Planeten eine Kultur befunden haben muss (Siehe Bild) Mehrere Bilder zeigen den Plutoboden an der Landestelle im Takatuka-Krater, leider sind die Bilder noch etwas verschwommen, da die Deppen vom Bodenteam die Staubkappe auf der Linse gelassen haben. “Das werden wir dank einigen Milliönchen Steuergeldern sicher noch fixen können” ist Jim Beam sich sicher.

    Derweil arbeitet das Team daran, das im Roboter verbaute iPhone per Softwareupgrade wieder in Betrieb zu nehmen, da noch in letzter Sekunde nach dem Simulationstest auf der Erde ein Upgrade der eigens entwickelten iPlanetExplorer-App eingespielt werden musste:

    Wir vom Bullshit-Team bleiben jedenfalls dran an dieser hochinteressanten Forschung.

     

     

     


  6. Gerüchte: Bookofbullshit Smartphone kommt 2014

    Mai 29, 2012 by clausi

    Gerüchten zur Folge bringt nicht nur Facebook bald ein eigenes Smartphone heraus.

    “Das ist ein Trend auf den wir reagieren müssen. Als führendes Schwachsinnsportal kann man sich dem Bedarf der Nutzer nicht verschliessen.” sagt David Marcell, Leiter Kundenverarsche bei Bookofbullshit.info.

    Das neue Smartphone hat viele neue Funktionen, die man sich bei anderen Smartphones schon lange gewünscht hat:

    • “AC” Betriebsmodus für Betrieb an 380V Wechselstrom
    • Ultrasparsames 2-Farb LCD-Display (hat 2 fest voreingestellte Farben die abwechselnd angezeigt werden können) mit touchresistenter Antigrabbelbeschichtung aus der Weltraumforschung.
    • Gerade und ungerade Zahlen zum eingeben
    • “X!”-Taste lädt automatisch alle Freunde auf Facebook zur Flashmob-Party ein.
    • Gesangsmodus (“sin”) und Kuschelmodus (“cos”) oder einfach Tanzen (“tan”) dreht den
      Ultrasubwooferbassdolbyfuckaroundsound voll auf damit kann man hervorragend Leute in der U-bahn nerven.
    • “MR ENG” Taste für Autobookmarking aller Kontakte und Freunde sowie aktuellem Kontostand und Kredidkartennummern bei Mr.Eng.com die aktuelle Geolocation wird natürlich mitgepostet.
    • Beschriftung der wichtigsten Zahlungsfunktionen auch in griechisch mit Direktabbuchung von der EZB.
    • Gleichzeitiger Tastendruck von FIX und SCI postet automatisch Sexangebote an alle einschlägigen Datingportale auf Twitter und Facebook sowie Anzeigetafeln auf Flughäfen und Bahnhöfen.
    • SD-Karten Auswurf (oben links). Hiermit kann die SD-Karte in unbewohntes Gebiet oder in erdnahe Umlaufbahnen abgeworfen werden.
    • Mit “Min und NORM” kann eingestellt werden ob sie die Dateschutzbestimmungen des Providers Normal (also Monatlich) oder Minütlich ändern sollen, diese werden automatisch durch Alarm signalisiert und durch berühren des Smartphones akzeptiert.
    • Mit “X-Y” kann man alle seine persönlichen Daten X in die Cloud Y katapultieren, welche ist egal.
    • Extra Anruf Funktion für die Ex mit “ex” allerdings nur im Stalkertarif plus zwischen 2.00 und 5.00 Uhr verfügbar.
    • Viele neue Spiele wie “Asteroids” und “Packman” sowie “Balkentennis” hierfür wurden extra zwei Spieltasten (“+” und “-”) angebracht.

    Für die Entwicklung der Smartphones wurden schon Starentwickler bei Villeroy&Boch abgeworben wie den International anerkannten Spieleentwickler Pavel Poweronoff. “Wir sind zuversichtlich dass das Killergerät schon vor Eröffnung des Berliner Flughafens verfügbar sein wird (also etwa 2014 bzw. 2015)” sagt Marcell.

    Die Bookofbullshit Redaktion bleibt wie immer dran.

     


  7. Mit dem Rad durch die Kalahari des Westens (KaDeWe)

    Mai 4, 2012 by clausi

    Knirschend wühlen sich die grobstolligen Reifen meines Mountainbikes durch die notdürftig geschotterten Pisten des Görlitzer Nationalparks. Die Regenzeit ist vorbei und kaum haben sich die ersten Sonnenstrahlen durch die dichte Wolkendecke gebohrt, erwacht das Leben im Nationalpark.

    Von Ferne her hört man die Trommeln des Volksstammes der lesbischen Tätoinen und Stadtschamanen, die vor den Höhlen im Osten des Parks das Fruchtbarkeitsfest feiern. Sie beten zu ihrem Gott Vegan und bringen den ein oder anderen Dinkeldöner als Opfer dar.

    Am Eingang des Parks bereiten die Einheimischen uns ein schmackhaftes traditionelles Hühnergericht zu, welches von weit her am Geruch zu erkennen ist. Letzte Möglichkeit, die Trinkbeutel zu füllen und sich auf den beschwerlichen Weg durch den Nationalpark zu machen. An der letzten Tankstelle vor dem Parkeingang füllen wir noch einmal unsere Vorräte auf und machen uns auf den Weg.

    Direkt im östlichen Teil der Harnröhrensenke am Rande des riesigen Vulkankraters haben sich die Männer nach der Dönerjagd versammelt um im aufkommenden Nebel fleischgeruchgeschwängerter Grillschwaden die erfolgreiche Jagd zu feiern. Der Wind trägt Gerüche und Klänge des Bosporus zu uns herüber, den Einwanderer aus dem fernen Orient mit in das Land gebracht haben.

    Kaluri und Nube Owambemambele haben ihren kleinen Drogeriehandel am Wasserlauf des nördlichen Urinar aufgebaut, am Nebenlauf des durch das Hundepfuhltals verlaufenden Trockenflusses der manchmal Wasser und einige Fahrradgestelle früherer Expeditionen zu Tage fördert, bieten sie den Reisenden dort manche medizinische und berauschende Erfrischung an.

    Etwas weiter flussabwärts führt der Weg durch das Tal der Arbeitslosen, die am Wegesrand ihre Klagelieder singen und sich am vergorenen Gerstensaft berauschen. Sie unterhalten sich in eine gutturalen Lautsprache die aus uns bekannten Wortfetzen wie “..auze”, “..nahause”, “..eisse alter” oder “..stemanemark” klingen, deren Bedeutung wir aber anhand der taumelnden Gestik nicht entziffern konnten.

    Vor fast einem Jahrhundert, als die ersten Siedler krumme Bahngleise in das karge Land schlugen, entstanden die beeindruckenden Siedlungen, die heute den Besucher zum Verweilen einladen. In den von einheimischen liebevoll mit bunten Farben bemalten Hütten findet der Reisende heute manche nützliche Kolonialwaren. Wer hier rastet, bekommt von einem österreichischen Auswanderer unerwartete Kulinarien, zubereitet aus Wildfleisch des ostaugustinischen Zuchtrinds und vergorenem Gerstensaft, kann ausruhen von den Strapazen der Reise. Gerade die abgelegene Lage dieser Einöde macht diesem Ort zu einem fast mystischen Erlebnis.

    Wir machen einen kleinen Abstecher in die antike Sandarena von Pamukalebeton und wohnen dem traditionellen Ringkampf der Halbwüchsigen Wölfe bei. Auch wenn die verwitterten Ruinen an alte Zeiten erinnern, wo Prunk die tristen Parklandschaften säumen sollte, hat die Ruinenstadt nichts von ihrem einst teuren Charme eingebüsst.

    Entlang der alten Bahnline führt unsere Reise entlang der kargen Sandwüste und durch das Harnröhrental. Wir statten den im südöstlichen Teil des Nationalparks liegenden Höhlen von Göran Döner am Fuß des Scherbenberges noch einen Besuch ab. Die beeindruckenden Höhlenmalereien und überall zu findenden rituellen Grabbeigaben wie gläserne Karaffen und Scherben antiker Gefäße faszinieren selbst den hartgesottensten Kulturmuffel.

    Unser Weg führt schließlich über die verwitterte Brücke am breiten Fluß in das Dorf der alten Siedler, die heute in alter Tradition einiges Kunsthandwerk zu bieten haben.

    Hier treffen wir auf Charlie, einen Veteranen vergessener Tage der immer gut gelaunt religiöse Figuren aus einem Stück Wurzel schnitzt. Wir hören alte Geschichten von vergessenen Tagen wo einst die aufständischen Revolutionäre im Mai eines jeden Jahres daran erinnern wollten, dass das Etablissement seine Schattenseiten hatte und Krieg führten gegen die reichen Großgrundbesitzer. Was einst im Kampf gewonnen, ist heute eine profane Touristenattraktion und hat längst den einstigen Charme der Revolution eingebüsst. Reisebusse und ein multikulureles Sprachgemisch einfallender Reisegruppen zeugen längst davon, dass die Zivilistaion nicht still steht.

    Einsame Wölfe streifen durch die Wälder auf der Suche nach Nahrung während sich der ein oder andere Sandteufel den Weg durch die staubige Senke bahnt. Unsere Reise neigt sich dem Ende, als wir die befestigte Strasse am Flussufer erreichen, Zeit unsere Trinkflaschen zu füllen und sich auf den Heimweg zu machen. Die Kalahari des Westens und der Görlitzer Nationalpark sind immer eine Reise wert, besonders nach der Regenzeit, wenn die Wege noch feucht, das Gras im satten Grün erstrahlt und die tiefgefrorenen Hundehäufchen bereits aufgetaut sind lohnt sich die Reise.


  8. Grausame Epidemie: Chantalismus

    Januar 26, 2012 by clausi

    Seit den 80er Jahren breitet sich eine gefährliche Epidemie von Ostdeutschland aus über die ganze Republik: Beim sogenannten Chantalismus, offensichtlich durch einen Gendefekt oder Virus hervorgerufen Krankheit wird durch praktische Erbgutveränderung bemerkbar. Hierbei wird das frische Erbgut, bevor es in Rennkinderwagen oder Fahradanhängern durch die bodennahen Abgase des Stadtverkehrs gezogen wird, zunächst mit mindestens zwei Namen versehen.

    Bei der Namensgebung bedient man sich möglichst ausländischem Sprachschatz natürlich ohne den dort üblichen Rechtschreibregeln Beachtung zu schenken (“Schakkeline, komma zu die Oma. Die Mama muss
    mit die Kira kaka!”). Meistens werden auch an Pflanzen- oder Tiernamen verwendet.

    Im weiteren Krankheitsverlauf müssen diese Namen dann auf Türschildern, Fußmatten und insbesondere Autoaufklebern die meistens auf Heckscheiben (zwischen “Heidepark Soltau” und “Ich bremse auch für Tiere”) davon Kunde tun, dass sich Kevin-Romeo (Name austauschbar) nun an Board befindet.

    Unsere Nachforschungen ergaben, dass offensichtlich bereits 1911 eine ähnliche Epidemie über Großbritannien hinweg gezogen ist.

    Die vom Chantalismus betroffenen haben es offensichtlich nicht immer leicht im späteren Berufsleben zurechtzukommen. Gerade der Name Chantalle eher mit
    Perücken in Stinktieroptik besetzt. Aber auch Schakkelines haben es nicht immer leicht.

    Wir bleiben dran.


  9. Ich bin normal, holt mich hier raus!

    Januar 24, 2012 by clausi

    stop-trash

    Während der gewöhnliche Fernsehzuschauer sein Hirn mit Billigtrash á lá Dschungelcamp vollmüllen läßt und ehemalige Nachrichtemagazine wie “Der Spiegel” auch noch täglich über den intellektuellen Absturz berichten, haben wir vom Bullshit-Team uns wieder einige Gedanken gemacht wie man die alltägliche Dschungelprüfung besteht – natürlich ohne erst die lange Reise nach Australien antreten zu müssen:

    • Der als Musikstar gescheiterte Kreuzberger Altpunker Robert Häberle aus Echingen muss das gerade von Passanten erschnorrte und heruntergefallene Kleingeld vor dem Kaisers am Kottbusser Tor aus dem erbrochenen Döner aufsammeln, den holländische Touristen am Tag zuvor dort platziert haben, damit er und sein Dschungelteam sich abends den Kopf mit Hansapils zudröhnen können. Derzeit sieht die Lage nicht gut aus, da Kampfhund “Jacko”, dessen Herrchen gerade die Kontrolle über das schweinsartige Tier verloren hat, ebenfalls Anspruch auf die schmierig glänzenden Süß-Sauer-Brocken erhebt.

    • Zietan Y. bekommt die Aufgabe nur mit einem 20Euro Schein ausgestattet, innerhalb der an der Fahrplantafel angeschlagenen Zeit von Berlin Wedding mit dem Bus nach Straußberg zu fahren. Das ist eine harte Nuß, denn hat er es geschafft den Busfahrer davon zu überzeugen sein wie Augäpfel gehortetes Wechselgeld herauszugeben (“Hamset nich kleener? Kannicknich!”)  lauern kurz vor dem Ziel noch andere Gefahren, denen Zietan sich stellen muß.

    • Die gerade frisch nach Prenzlauer Berg gezogene Webdesignerin und Ex-Desk-Topmodel Rita F. muß nur mit einer leberwurstfarbenen Glanzleggins und einer Teddybärenbluse bekleidet eine vom Dschungelteam gelegte Spur bunter Smarties quer durch die Neuköllner Hasenheide aufsammeln und verzehren.

    • Die beiden japanischen Touristen Mikoto Yamizuki und Hiroshi Metamata müssen ohne Stadtplan und nur mit dem Taxi den Weg vom Flughafen Berlin Tegel in die Innenstadt finden. Als zusätzliche Prüfung ist gerade ein Ferienflieger aus Malle angekommen dessen Fluggäste sich gemeinsam mit dem Inhalt zweier weiter Urlaubsflieger aus Teneriffa und Antalya sich dem Kampf um ein Taxi stellen müssen. Gerade als die beiden es fast geschafft haben, ein Taxi zu ergattern, taucht gerade noch rechtzeitig – bevor ein aus der hinteren Reihe wartender Taxifahrer seinem nicht vorfahrenden Kollegen das Messer in den Rücken rammt – der mit einer grünen Leuchtweste bekleidete Ordner Horst W. auf um den Fahrgästen in feinstem Pidgin-Denglisch zu erklären wo Vorne ist.

    • Rohrleger und Hobbypornostar Karl Kasupke muss in der Bouchéstrasse 14 ohne Schutzanzug ein Abwasserrohr auswechseln. Seit Beginn des 19.  Jahrhunderts kehren Straßenfeger den Dreck durch die kaputten Kellerabdeckungen so dass die Raumhöhe mittlerweile 1m unterschreitet. Aber spätestens seit mehrere Großfamilien ausgezogen sind, kann der Keller für Training für Feuerwehrmänner die sich auf die Rettung von Passagieren auf gesunkenen Kreuzfarhtschiffen spezialisieren wollen, verwendet werden (ausser dass im Gegensatz zu unserer Dschungelprüfung auf gesunkenen Schiffen keine Ratten mehr zu finden sind.)

    Die Sache wird jedenfalls megaspannend mal sehen wer rausfliegt…


  10. Begriffe einfach erklärt: Dönermord

    November 19, 2011 by clausi

    Seit einigen Wochen geistert ein Begriff durch die Presse der dem geneigten Leser bisher nur teilweise geläufig war. Das typische daran ist, dass die Presse diesen Begriff zwar nutzt aber niemals erklärt. Natürlich nehmen wir von der Abteilung Hintergrundwissen des Bullshit-Teams uns dieser Aufgabe wieder dankbar an.

    Zur Begriffsklärung bedienen wir uns zunächst der juristischen Definition des Begriffs “Mord” der (siehe hier) als “eine Straftat gegen das Leben eines Menschen” definiert ist. Ähnlich wie beim Begriff des Raubkopierens, was ja begriffsmäßig ein Kopiervorgang in Tateinheit mit Raub oder einem Raubüberfall unter Anwendung eines geeigneten Nötigungsmittels sein müsste.

    Nun ist der Begriff des Raubkopierens ja erfunden worden, da das Kopieren an sich noch keine kriminelle Handlung darstellt. Um also Personengruppen die kostengünstig Musik hören wollen, hinreichend zu kriminalisieren nahm man dann noch den Raub hinzu. “Kopierüberfall” klingt ja nun auch wirklich blöd.
    Haben wir hier ein ähnliches begriffliches Problem? Wer wird denn nun umgebracht? Und was passiert mit den Leichen beim Dönermord?

    Döner (Rohzustand)

    Döner im Rohzustand (Quelle:Wikipedia)

    Herkömmliche Döner (siehe Bild) werden vom Rohzustand im allgemeinen durch Hinrichtung ermordet. Sind Döner dann erst einmal ermordet, werden sie gepfählt und schließlich brutal zerstückelt.
    Zerstückelung von Dönerleichen (Quelle: Wikipedia)

    Zerstückelung von Dönerleichen (Quelle: Wikipedia)

    Um die Spuren der Morde elegant zu verwischen, strickt man das Fell von Dönern in Pullover den Rest stopft man in Fladenbrot und versteckt die Leichenteile unter einer Knoblauchsoße, Gemüse und Tomaten, diese werden dann z.B. Raubkopierern zum Fraß vorgeworfen. Damit haben wir auch gleich enträtselt, was mit den Dönerleichen passiert.

    Falls sich jetzt Vegetarier und Veganer angesichts der brutalen Dönermorde bestätigt fühlen..denkt doch mal über die brutale Abholzung von Weizenfeldern im Massenmaßstab nach.